Wofür ist das Ganze? Zur Vereinfachung der Arbeit. Die Suche nach Antworten fällt dem Fragensteller leichter und die Anzahl der immerwieder gestellten Fragen nimmt beim Beantworter ab. Damit das Rad nicht jedesmal neu erfunden werden muß, besteht hier die Möglichkeit die Fragen/Antworten zusammeln.
Wer eine Antwort auf eine grundlegende Frage hat, sende sie bitte an Martin Pichura. Die Frage/Antwort wird dann hier eingebaut.
Um die Genau/Fock richtig durchsetzen zu können haben wir einen sogenannten "Bierkasten". Dieses ist eine 8-fach Talje, die fertig konfektioniert in einem Vierkantprofil läuft. Sie wurde von einem berliner Segler mit dem Namen "Bier" erfunden, deswegen "Bierkasten". Da man sowas selten auf Leih-Schiffen finden wird, gibt es noch einen Trick: während der eine versucht mit Leibeskräften das Genua-/Fockfall durchzusetzen, zerrt der andere wie verrückt am ursprünglichen Vorstag (rechtwinklig dazu hat man die meiste Kraft). Hierdurch wird der Mast nach vorne "vorgespannt". Wenn man nach dem Belegen des Falls das ursprüngliche Vorstag los läßt, sollte das Vorstag richtig lose und der Vorlieksdraht im Segel wie eine Klaviersaite gespannt sein.
Dann klappt's auch mit dem Kreuzen.
(Besten Dank an Christian Zimmer für den Tip, 01-09-2003)
2. Anker raus
3. Ruder raus nehmen: ganz wichtig! das ist so tief wie der Kiel, wenn man beim Auflaufen zur Seite gedrückt wird könnte das Ruder sonst Schaden nehmen, danach erst:
4. Kiel hochkurbeln
5. warten: Kaffeetrinken, Klamotten trocknen, spazierengehen (allerdings sollte eine Bootswache da bleiben, auch ausgedehnte Spaziergänge sollten mit dem auflaufenden Wasser geplant werden! etc
6. auf das auflaufende Wasser warten: jetzt Geduld und Ruhe bewahren! Wir sind etwas nervös geworden, weil das Boot dann freikam, der Kiel aber noch nicht ganz runtergekurbelt werden konnte, damit auch das Ruder noch nicht einzuhängen war. Der Wind frischte ziemlich auf, man sah plötzlich nur noch Wasser, konnte aber noch fast neben dem Boot stehen.
Im Fahrwasser, vielleicht 20 Meter entfernt, segelten schon die ersten Plattbodenboote ... und wir hatten ja noch einen weiten Weg also: Ruhe bewahren! Die Zeit nutzen die Segel schonmal zurechtzulegen, Kleidung klarieren, und erst los wenn man auch wirklich weiterkommt: gleich auf die Nachbar-Sandbank aufzulaufen ist ziemlich nervig!
Insgesammt: herrlich! Auch zu sehen, wie bequem man noch auf der leicht gekippten Sailhorse auf dem Trockenen sitzt, aber dann viel sportlicher segeln kann als die Plattboden Schiffe die ja für das Revier gemacht sind!
PS:
Bei Ebbe und Flut hat man immer mit wechselndem Strom zu tun! also nicht nur das
Trockenfallen ist ein Thema sondern auch die Planung der Tour und das Einplanen
des kippenden Stroms! Wenn der Wind etwas nachlä&szli;t, bei starkem Strom kommt man
beim häufigen Wenden, in auch zum Teil noch schmalen Fahrwassern, ganz schön
ins Schwitzen! Gutes Regatta Training!!!! Wenn der Strom ganz heftig ist: erst mal
(großen) Anker raus!
Inken